Cinema! Italia!

Die italienische Filmreihe tourt zum 18. Mal durch Deutschland und ist dabei auch wieder in Hannover zu Gast. Zwischen dem 29.09. und dem 05.10. Oktober 2016 werden in Hannover insgesamt sechs unterschiedliche aktuelle Filme im "Kino am Raschplatz" und "Kino im Künstlerhaus" aufgeführt. Alle Filme sind im italienischen Original mit deutschen Untertiteln zu sehen. Die Veranstaltungsreihe wird in Hannover unterstützt vom Italienischen Generalkonsulat Hannover und der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft Hannover. Dem italienischen Botschafter in Deutschland, S.E. Pietro Benassi, danken wir herzlich für die erneute Übernahme der Schirmherrschaft für die Cinema Italia-Tournee.

Cinema! Italia! - vom 29.09. bis 05.10.2016
im Kino am Raschplatz + Kino im Künstlerhaus

Das Festival zeigt sechs Filme, die das aktuelle Schaffen italienischer Filmemacher wiederspiegeln. Jeder Film ist mit zwei Terminen im Programm. Auf der Tournee-Seite cinema-italia.net finden Sie weitere Informationen zu "Cinema! Italia!" und zum italienischen Film.

Wie immer bieten wir für alle Filme auch Sonder- und Schulvorstellungen an, ab 50 Personen. Sollten Sie Interesse haben, können Sie sich gerne bei uns melden. Wir sprechen dann individuell die Möglichkeiten und Modalitäten mit Ihnen ab.

Kontakt für Sondervorstellungen CINEMA! ITALIA! im Kino am Raschplatz:
Sybille Mollzahn
Tel. 0160 - 787 00 76
sybille(dot)mollzahn(at)filmkunstkinos-hannover(dot)de


Die Film- und Terminübersicht 


KINO AM RASCHPLATZ
Sa, 01.10. 12 Uhr und Mo, 03.10., 20.30 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Di., 04.10., 18 Uhr

SE DIO VUOLE - Um Himmels Willen - ital. OmU

Italien 2015
R: Marco Giallini (Tommaso), Alessandro Gassman (Don Pietro), Enrico Oetiker (Andrea), Ilaria Spada (Bianca), Laura Morante (Carla)
Länge: 87 Min

Tommaso ist Herzchirurg, ebenso erfolgreich wie arrogant. Um seine Frau Carla und seine Tochter Bianca kümmert er sich wenig. Sein ganzer Stolz ist sein Sohn Andrea, der Medizin studiert und in Papas Fußstapfen treten soll. Aber in letzter Zeit wirkt Andrea verändert und verbirgt offensichtlich etwas. Ist der Junge vielleicht schwul? Tommaso bleibt locker, man ist ja liberal. Doch es kommt viel schlimmer: Andrea offenbart seiner Familie, er wolle sein Leben künftig Jesus weihen und Priester werden!

Das ist allerdings ein harter Schlag für den überzeugten Atheisten Tommaso. Wer hat seinen Sohn einer Gehirnwäsche unterzogen? Bald stößt er auf den eigenwilligen Priester Don Pietro, der mit einer fulminanten One-Man-Show viele Jugendliche in seinen Bann schlägt. Tommaso ist entschlossen, diesen Don Pietro als Scharlatan zu entlarven. Mit allen Mitteln. In seinem Eifer merkt Tommaso gar nicht, dass seine Frau und seine Tochter ebenfalls beginnen, eigene Wege zu gehen…

Eine temporeiche, in Italien äußerst erfolgreiche Komödie, die Weltbilder und Lebensvorstellungen aufeinander prallen lässt. Glänzend gespielt, mit witzigen Dialogen und vielen Überraschungen. Edoardo Falcone erhielt den italienischen Filmpreis David di Donatello als bester Debutregisseur.


KINO AM RASCHPLATZ
So, 02.10., 12 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Sa., 01.10., 18 Uhr

LA STOFFA DEI SOGNIE - Der Stoff der Träume - ital. OmU

Italien 2016
R: Sergio Rubini (Oreste Campese), Ennio Fantastichini (De Caro), Renato Carpentieri (Don Vincenzo), Teresa Saponangelo (Maria)
Länge: 101 Min

Eine kleine abgelegene Insel vor Sardinien, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier befindet sich ein Hochsicherheitsgefängnis und gerade erwartet man einen Transport verurteilter Camorra-Mitglieder. Doch das Fährschiff kentert in einem Sturm. Unter den Schiffbrüchigen, die sich auf die Insel retten, befinden sich nicht nur die vier Camorristi, sondern auch die bescheidene Theatertruppe von Signore Oreste Campese. Bald werden alle vom Wachpersonal eingefangen. Die Sträflinge mischen sich dabei unter die Theaterleute. Wer ist wer? Da hat der Gefängnisdirektor eine Idee: er zwingt die Schiffbrüchigen, gemeinsam Shakespeares Stück „Der Sturm“ auf die Bühne des Gefängnishofes zu bringen, um herauszufinden, wer echter Schauspieler und wer Verbrecher ist. Oreste Campese rauft sich die Haare, doch die Proben beginnen. Und auf alle Beteiligten warten jede Menge Überraschungen…

Inspiriert von Eduardo de Filippos genialem Theaterstück „Die Kunst der Komödie“ (und natürlich von Shakespeares „Sturm“) handelt dieser vielschichtige, aber leichthändig inszenierte Sommerfilm vom Theater und vom richtigen Leben, und wie das eine vom anderen nicht zu trennen ist. Schon gar nicht in Italien. Sergio Rubini als überforderter Impresario zwischen allen Fronten bietet eine komödiantische Glanznummer. Die heimliche Hauptrolle aber spielt die ehemalige Gefängnisinsel Asinara selbst, ein fast magischer Ort mit einer atemberaubenden Landschaft.


KINO AM RASCHPLATZ
Mo, 03.10., 18.15 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Mi., 05.10., 20.15 Uhr

PER AMOR VOSTRO - Aus Liebe zu Euch - ital. OmU

Italien 2015
R: Giuseppe M. Gaudino, mit: Valeria Golino (Anna), Massimiliano Gallo (Gigi Scaglione), Adriano Giannini (Michele Migliaccio), Salvatore Cantalupo (Ciro)
Länge: 109 Min.

Anna lebt mitten in Neapel. Sie ist verheiratet und Mutter dreier halbwüchsiger Kinder. Anna ist ein großzügiger Mensch und immer bereit, anderen zu helfen. Doch sie sieht nicht mehr, was in ihrer Familie wirklich vor sich geht. Dass ihr Mann sich immer mehr in kriminelle Kreditgeschäfte verstrickt, die Kinder sich ihr entfremden, ihre eigenen Eltern sie ausnutzen. Auch der Job in einem Fernsehstudio, wo sie hinter der Kamera Tafeln mit den Dialogen für die Schauspieler hochhält, ist nicht gerade toll. Mit der Bewältigung des Alltags beschäftigt, droht ihr die Wirklichkeit immer mehr zu entgleiten. Anna spürt - so kann es nicht weitergehen.

Eine scheinbar alltägliche Geschichte, aufregend anders erzählt: Die Kamera scheint zu schweben, Schwarzweiß wechselt mit Farbe, in der besonderen Atmosphäre Neapels gedeihen Visionen und Fantasien. Regisseur Giuseppe Gaudino lässt Anna eintauchen in eine zweite Dimension voller Geheimnisse und Wunder. Zusammengehalten werden Realität und Vision durch die berührende Leistung von Valeria Golino, die beim Festival von Venedig zu Recht als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Es geht eine Art inneres Leuchten von ihr aus, das mitten in Herz trifft.


KINO AM RASCHPLATZ
Di, 04.10. 18.30 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Do., 29.09., 19.30 Uhr - Festival-Eröffnung

LATIN LOVER - ital. OmU

Italien 2015
R: Cristina Comencini, mit: Virna Lisi (Rita), Marisa Paredes (Ramona), Angela Finocchiaro (Susanna), Valeria Bruni Tedeschi (Stephanie), Francesco Scianna (Saverio)
Länge: 104 Min

Saverio Crispo, Schauspiellegende, Frauenheld, Vater von fünf Töchtern mit fünf Frauen aus vier Ländern, ist vor zehn Jahren von uns gegangen. Nun, zum zehnten Todestag, werden sich alle Töchter und Witwen (nebst männlichem Anhang) in seinem apulischen Heimatdorf versammeln. Es ist an Susanna, Saverios ältester Tochter, die sich fast fremden Familienmitglieder miteinander bekannt zu machen und die temperamentvollen Damen unter Kontrolle zu halten. Eine schier unlösbare Aufgabe. Bis Pedro del Rio, Saverios Stuntdouble, auftaucht und aufdeckt, dass er über den verstorbenen Star mehr weiß als alle anderen. Zwischen Umarmungen, Rivalitäten und nächtlich enthüllten Geheimnissen kommt es zu einem Crescendo der Emotionen und tragikomischen Situationen.

Eine augenzwinkernde, fast wahre Hommage an die „Commedia all’italiana“ der 60er Jahre. Als Tochter von Luigi Comencini, einem der Meister dieses Genres, kennt Regisseurin Cristina Comencini sich bestens aus. Ihre turbulente Komödie hat ein fantastisches Schauspielerinnen-Ensemble zu bieten, in dem nicht nur Stars wie Virna Lisi, Marisa Peredes oder Valeria Bruni Tedeschi brillieren.


KINO AM RASCHPLATZ
Mi, 05.10., 18.30 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Mo., 03.10., 20.15 Uhr

NON ESSERE CATTIVO - Tu nichts Böses - ital. OmU

Italien 2015
R: Claudio Caligari, mit: Luca Marinelli (Cesare), Alessandro Borghi (Vittorio), Silvia D’Amico (Vivana), Roberta Mattei (Linda)
Länge: 100 Min

Die Vorstädte von Rom und Ostia, in den 90er Jahren. Die „Ragazzi di vita“, einst von Pasolini beschrieben, gehören nun zu einer Welt, in der Geld, schnelle Autos, Nachtlokale und Kokain scheinbar leicht zu haben sind. Es ist die Welt, in der sich Vittorio und Cesare, beide 20 Jahre alt, auf der Suche nach Erfolg und Bestätigung bewegen. Das neue „dolce vita“ fordert jedoch einen sehr hohen Preis. Und irgendwann trennen sich die Wege: Vittorio verliebt sich, versucht eine Rückkehr in die bürgerliche Gesellschaft, Cesare hingegen versinkt immer tiefer in einem Sumpf aus Drogen und Dealen. Doch Vittorio gibt seinen Freund nicht auf.

Regisseur Claudio Caligari gehört zu den wilden Außenseitern des italienischen Kinos. In mehr als 30 Jahren konnte er nur drei Spielfilme realisieren. Authentisch, energiegeladen und emotional, kreisen sie alle um junge Leute am Rand der Gesellschaft. Dabei entsteht eine neue, zeitgemäße Form des Neorealismus. Non essere cattivo wurde zu Caligaris Vermächtnis; kurz nach Fertigstellung des Films starb er im Alter von 67 Jahren an Krebs.


KINO AM RASCHPLATZ
Mi, 05.10., 20.30 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Fr., 30.09., 18 Uhr

LEA - ital. OmU

Italien 2015
R: Marco Tullio Giordana, mit: Vanessa Scalera (Lea Garofalo), Linda Caridi (Denise), Alessio Praticò (Carlo), Mauro Conte (Floriano)
Länge: 95 Min

Ein kleiner Ort in Kalabrien: Lea Garofalo lebt in einer Familie, die tief in die Aktionen der dortigen Mafia, der ‘Ndrangheta, verstrickt ist. Für ihre Tochter Denise jedoch wünscht sie sich ein anderes Leben, ein Leben ohne Gewalt, ohne Lügen und Angst. Sie reagiert mit den einzigen Waffen, die sie hat: sie erstattet Anzeige gegen ihre Mafia-Familie und vertraut sich der Justiz an. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Konsequenzen. Schon bald steht sie mit Denise unter strengem Zeugenschutz,muss mehrfach Namen und Aufenthaltsort ändern, um der Rache ihres Clans zu entgehen. Doch Lea merkt, dass sie und ihre Tochter sich auf niemanden verlassen können…

Eine wahre Geschichte, die in Italien großes Aufsehen erregte. Regisseur Marco Tullio Giordana („100 Schritte“, „Die besten Jahre“) bleibt nah an den Tatsachen, erzählt den Fall von Lea und Denise Garofalo als nüchternes, gleichwohl intensives und packendes Dokudrama.