Cinema! Italia!

Die italienische Filmreihe tourt zum 23. Mal durch Deutschland und ist dabei auch wieder in Hannover zu Gast. Zwischen dem 30.09. und 06.10.21 werden in Hannover insgesamt sechs unterschiedliche aktuelle Filme im "Kino am Raschplatz" und "Kino im Künstlerhaus" aufgeführt. Alle Filme sind im italienischen Original mit deutschen Untertiteln zu sehen. Die Veranstaltungsreihe wird in Hannover unterstützt vom Italienischen Generalkonsulat Hannover und der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft Hannover. Dem italienischen Botschafter in Deutschland, Luigi Mattiolo, danken wir herzlich für die erneute Übernahme der Schirmherrschaft für die Cinema Italia-Tournee.

Cinema! Italia! - vom 30.09. - 06.10.2021
im Kino am Raschplatz + Kino im Künstlerhaus

Das Festival zeigt sechs Filme, die das aktuelle Schaffen italienischer Filmemacher wiederspiegeln. Jeder Film ist mit zwei Terminen im Programm. Auf der Tournee-Seite cinema-italia.net finden Sie weitere Informationen zu "Cinema! Italia!" und zum italienischen Film.

Wie immer bieten wir für alle Filme auch Sonder- und Schulvorstellungen an, ab 50 Personen. Sollten Sie Interesse haben, können Sie sich gerne bei uns melden. Wir sprechen dann individuell die Möglichkeiten und Modalitäten mit Ihnen ab.

Kontakt für Sondervorstellungen CINEMA! ITALIA! im Kino am Raschplatz:
Johannes Sperber
Tel.: 0176-34699256
johannes.sperber(a)filmkunstkinos-hannover(dot)de


Die Film- und Terminübersicht 


KINO AM RASCHPLATZ
Sa, 02.10.21, 11.45 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Eröffnung: Do, 30.09.21, 20 Uhr

L'amore a domicilio - Liebe unter Hausarrest - ital. OmU

Italien 2020
R: Emiliano Corapi, mit Miriam Leone, Simone Liberati, Fabrizio Rongione
Länge: 89 Min.

Renato ist von Beruf Versicherungsvertreter, gut im Job, doch im Privatleben scheu und gehemmt. Er ist immer vor ernsthaften Beziehungen zurückgewichen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Dann verliebt er sich in die temperamentvolle Sizilianerin Anna, die allerdings aufgrund eines Raubüberfalls zu einem längeren Hausarrest verurteilt wurde. Genau darin sieht Renato seine Chance: So kann sie ihm nicht weglaufen und er hat die Kontrolle über die Beziehung. Glaubt er. Doch Anna hat ihre eigenen Pläne und Renatos Leben wird völlig auf den Kopf gestellt.

Diese originelle Liebeskomödie profitiert sehr von ihrer Ausgangsposition, die eine ungeahnte Plausibilität gewonnen hat: In Zeiten eines mehrmonatigen Corona-Lockdowns wirkt eine Liebesbeziehung unter Hausarrest-Bedingungen geradezu prophetisch. Hervorragend spielen Miriam Leone und Simone Liberati in den Hauptrollen, die vom Verband der italienischen FilmjournalistInnen für ihre mitreißende Darstellung ausgezeichnet wurden.


KINO AM RASCHPLATZ
So, 03.10.21, 11.45 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Mo, 04.10.21, 17.30 Uhr

Rosa pietra stella - Rose, Stein und Stern - ital. OmU

Italien 2020
R: Marcello Sannino, mit: Ivan Lotito, Ludovica Nasti, Fabrizio Rongione
Länge: 96 min.

Portici, die quirlige kleine Nachbarstadt Neapels direkt am Fuße des Vesuv: Hier lebt die 30 jährige Carmela mit ihrer Mutter und ihrer elfjährigen Tochter Maria. Der Alltag ist rau, mühsam schlägt sich Carmela mit Gelegenheitsjobs durch. In der ständigen Angst, das Sorgerecht für ihre Tochter zu verlieren. Da bietet ihr ein Anwalt ein ebenso lukratives wie zwielichtiges Geschäft an, bei dem es um Visabeschaffung für illegale Migranten in Neapel geht. Carmela greift zu, doch der Deal läuft aus dem Ruder und ihre Lage wird noch verzwickter. Als sie aber den Algerier Tarek kennenlernt, scheint sich ihre Lage langsam zu verändern.

Regisseur Marcello Sannino, der selber aus Portici stammt, zeichnet in seinem Debütfilm das spannende Porträt einer selbstbewussten jungen Frau, die nicht immer das Richtige tut, sich aber auch nicht unterkriegen lässt. Ein Film in der besten Tradition des Neorealismus, mit feinem Gespür für Details und Charaktere und mit der herausrangenden Ivana Lotito in der Hauptrolle. Der Titel des Films entstammt einem Lied des neapolitianischen Sängers und Komponisten Sergio Bruni.


KINO AM RASCHPLATZ
Mo, 04.10. 18.15 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Mi, 06.10., 20.30 Uhr

Cosa sarà - Alles wird gut - ital. OmU

Italien 2020
R: Francesco Bruni, mit: Kim Rossi Stuart, Lorenza Indovina, Barbara Ronchi
Länge: 101 Min.

Bruno Salvati ist Filmregisseur. Sein letzter erfolgreicher Film liegt allerdings lange zurück und eine neues Projekt ist nicht in Aussicht. Privat hat er sich von seiner Frau Anna getrennt, die beiden Kinder gehen eigene Wege. Nach einem kleinen Unfall wird bei Bruno eine Form von Leukämie festgestellt. Diese Diagnose verändert sein Leben grundlegend. Als erstes muss er einen kompatiblen Stammzellenspender finden: doch das ist leichter gesagt als getan. Bruno bekommt es mit der Angst: was soll aus ihm werden? Da enthüllt sein Vater Umberto ihm ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das in allen neue Hoffnung weckt.

Regisseur Francesco Bruni ist Stammgast bei Cinema Italia. Zweimal hat er schon den Publikumspreis der Tournee gewonnen, mit Scialla! (2012) und mit Tutto quello che vuoi (2019). Jetzt überzeugt er mit eine autobiographisch angehauchten Tragikomödie.


KINO AM RASCHPLATZ
Mo 04.10.21, 20.30 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Di, 05.10.21, 18.00 Uhr

Genitori quasi perfetti - Fast perfekte Eltern - ital. OmU

Italien 2019
R: Laura Chiossone, mit: Anna Foglietta, Paolo Calabresi, Lucia Mascino
Länge: 87 Min.

Simona liebt ihren achtjährigen Sohn Filippo über alles, fühlt sich als alleinerziehende Mutter aber häufig überfordert. Jetzt droht Filippos Geburtstagsfeier, zu der seine gesamt Schulklasse eingeladen ist. Schon die Vorbereitung der Feier bringt Simona an den Rande des Nervenzusammenbruchs. Dann ist der große Tag gekommen: die Kinder rücken an, im Schlepptau ihre Eltern: die modebewusste Kosmetikerin, die queere Regenbogen-Mutter, der arbeitslose Vater, der cineastische Intellektuelle und seine streng vegan lebende Ehefrau, der frisch geschiedene Manager. Während die Kinder im Wohnzimmer spielen, beäugen sich die Erwachsenen in der Küche skeptisch beim Smalltalk. Plötzlich löst ein unerwartetes Ereignis eine Ketteneaktion aus und die Geburtagsfeier läuft aus dem Ruder.

Eine ebenso unterhaltsame wie realistische Komödie, die in Italien ein großer Erfolg wurde. Regisseurin Laura Chiossone wirft einen satirischen Blick auf einen bunten Querschnitt der heutigen Gesellschaft. Nicht zuletzt das glänzend aufgelegte DarstellerInnenensemble sorgt für ein turbulentes Kinovergnügen.


KINO AM RASCHPLATZ
Mi, 06.10.21 18.15 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
Fr, 01.10., 20.30 Uhr

I Predatori - Die Raubtiere - ital. OmU

Italien 2020
R: Pietro Castellitto, mit: Massimo Popolizio, Manuela Mandracchia, Pietro Castellitto
Länge: 109 Min.

Es ist früh am Morgen, alles ist ruhig in Ostia am Meer. Ein Typ schwatzt einer älteren Frau eine völlig überteuerte Uhr auf. Anderswo wird ein junger Philosophieprofessor aus einem Forschungsprojekt gedrängt, bei dem es um die Exhumierung Nietzsches geht. Zwei Betrogene aus zwei komplett unterschiedlichen Familien: die Pavones und die Vismaras. Bürgerlich-intellektuell die eine und neofaschistisch die zweite. Sie leben im gleichen Dschungel, Rom. Ein dummer Unfall lässt diese beiden Pole kollidieren.

Ein explosives Debüt, das Pietro Castellito als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller auf die Leinwand bringt und mit er die italienische Filmszene gehörig aufgemischt hat. Tiefschwarzer Humor, Kapitalismuskritik, rüde Sprache und eine virtuose Erzählstruktur, bei der sich die einzelnen Puzzleteile erst am Schluss zu einem Ganzen zusammenfügen. Pulp Fiction auf italienisch - bitte anschnallen!


KINO AM RASCHPLATZ
Mi, 06.10., 20.30 Uhr
KINO IM KÜNSTLERHAUS
So, 03.10., 20.30 Uhr

Volevo nascondermi - Ich wollte mich verbergen - ital. OmU

Italien 2020
R: Giorgio Diritti, mit: Elio Germano, Leonardo Carrozzo, Pietro Traldi
Länge: 120 Min.

Antonio Ligabue war mit seiner naiven und einfallsreichen Malerei ein Ausnahmekünstler des frühren 20. Jahrhunderts. Er malte Tiger, Gorillas und Jaguare und verpflanzte sie in die typisch norditalienische Lanfschaft mit Pappeln am Po-Ufer, wo er jahrelang in einer kleinen Hütte lebte. Nach schwierigen Jugendjahren als unehelicher Sohn einer italienischen Emigrantin in der Schweiz kommt Antonio 1919 nach Italien in das kleine Dorf Gualteri. Als Außenseiter ist er ganz auf sich selbst gestellt, leidet unter Hunger und Kälte. Schließlich begnnt er zu malen, um so die Zeit und die Angst zu besiegen. Nach einer Begegnung mit dem Bildhauer Marino Mazzacurati spürt er, dass die Kunst der einzige Weg ist, seine Identität zu finden. Die eindringliche Darstellung von Ligabues außergewöhnlichen Lebensumständen und ein starker Hauptdarsteller machen Volevo nascondermi zum authentischen und visionären Porträt. Bei der Berlinale 2020 erhielt Elio Germano für seine baroröse schauspielerische Leistung einen Silbernen Bären.