Nordlichter 2016

Die skandinavische Filmreihe im Kino am Raschplatz vom 27.04.-04.05.16

Island, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland im Film - Einblicke in die nordischen Kulturen, natürlich alles im Original mit deutschen Untertiteln!

Skandinavische Filme sind im deutschen Kino eher eine Seltenheit, ganz im Gegensatz zu den vielen Büchern oder auch Fernsehfilmen. Aber warum nur?
Die "Nordlichter" Reihe möchte das ändern und dem skandinavien-affinen Publikum diesen Teil der Kultur nun in Form eines Filmfestivals präsentieren. Dabei beschränkt sich das Programm der "Nordlichter" nicht auf bestimmte Themen, Genres oder Länder- viel mehr spannt das Programm einen breiten Bogen über das aktuelle skandinavische Kino und eine Eigenheiten - von Landschaften und Sprache geprägte Geschichten, die sowohl in der Einöde als auch in den Metropolen spielen, die teils politisch und teils bewusst persönlich von den Menschen in ihren Ländern erzählen, die fröhlich stimmen, aber auch nachdenklich machen können. Alles das kann (aber muss nicht) Skandinavien sein.

Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und lassen Sie sich berühren von tollen Geschichten.

Viel Spaß mit den "Nordlichtern 2016" im Kino am Raschplatz!


Die Nordlichter-Terminübersicht 2016

Itsi Bitsi / Steppeulven OmU

Dänemark/Kroatien/Schweden 2014, 107 min, dänische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Ole Christian Madsen
Buch: Bo Hr. Hansen, Ole Christian Madsen
Darsteller: Joachim Fjelstrup (Eik Skaløe), Marie Tourell Søderberg (Iben Nagel Rasmussen), Christian Gade Bjerrum (Christian), Johannes Nymark (Henrik), Ola Rapace (Vincent), Julia Ragnarsson (Majbritt)

Dänemark 1962. Als die Proteste gegen das nukleare Wettrüsten und die imperialistische Politik immer lauter werden, lernt der Aktivist Eik die hübsche Iben kennen. Eik, der sich als Poet und Schriftsteller versucht, ist sofort fasziniert von seiner neuen Bekanntschaft. Doch die begeistert sich nicht nur für Literatur, die neueste Musik und Drogen, sondern auch für die Idee der freien Liebe und Ungebundenheit. Auf einer gemeinsamen Odyssee, die von Kopenhagen aus quer durch Europa und bis nach Bagdad führt, lässt Eik nichts unversucht, um Iben für sich zu gewinnen. In einem letzten großen Anlauf gründet er schließlich Steppeulvene, die erste Rockband Dänemarks. An sein Ziel gelangt er so allerdings noch nicht. Porträt einer Generation, die sich beim Versuch, ihre Hoffnungen zu verwirklichen, in Enttäuschungen und Widersprüche verstrickt – und einer Band, die in Dänemark längst den Legendenstatus genießt.

Vorstellungen:
Mi., 27.04., 20.45 Uhr Eröffnung
Sa., 30.04., 12.00 Uhr

 


In aller Liebe / Kaikella rakkaudella / Things we do for love OmU

Finnland/Norwegen 2013, 96 Min., finnisch (teilw. norwegische) Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Matti Ijäs
Drehbuch: Heikki Vuento, Auli Mantila, Matti Ijäs, J-P Passi
Darsteller: Krista Kosonen (Ansa), Sampo Sarkola (Toivo Vaarala), Tommi Korpela (Ismo Raate), Hannu-Pekka Björkman (Martti Raate)

Toivo ist Fotograf eigenwilliger Postkarten und ein eher schüchterner, linkischer Mann. Ismo hingegen ist ein richtiger Kerl. Bis vor kurzem saß er im Gefängnis, weil er aus Eifersucht einen Verehrer seiner Frau erstochen hat. Die beiden Männer lernen sich in Lappland kennen, wo Toivo nach einem dummen Missgeschick der allein erziehenden Ansa beim Renovieren ihres Haus hilft und sich schnell in sie verliebt. Dummerweise erweist sich Ismo als ihr Ehemann – und Auslöser familiärer Turbulenzen, in die sich Toivo, in einer Mischung aus Liebe und Hilflosigkeit, tief hineinziehen lässt. Skurrile Charaktere, absurde Situationen, dazu prächtige Sommer- und harsche Winterlandschaften: „Things We Do for Love“ vereint alle Qualitäten einer abgründigen finnischen Komödie rund um eine rabiate „Hinterwäldlersippe“, die man dennoch liebgewinnen muss.

Vorstellung:
Mo., 02.05., 20.30 Uhr


Bear Island / Bjørnøya OmU

Dokumentarfilm, Norwegen 2014, 82 Min., norweg. OF, dt. UT
Regie: Inge Wegge
Drehbuch: Inge Wegge

Ausgerechnet rund um die Bäreninsel wollen sie surfen gehen, das haben sich die drei Brüder seit Langem in den Kopf gesetzt. Das abgelegene Eiland im Nordpolarmeer, bis auf eine Wetterstation und einige Eisbären unbewohnt, hat sich bisher nicht als Surfmekka hervorgetan. Doch die ansonsten raue und unwirtliche Insel zeigt sich von ihrer besten Seite. Ausgelassen machen die Jungs die wilde Natur zu ihrem Freizeitpark: Snowboarden, Gleitschirmfliegen, Seilrutschen und – nach ein paar Wochen des Wartens – endlich Surfen. Stark macht den Film, dass die Kamera auch bei Konflikten anbleibt, die bei einem solchen Trip unvermeidlich auftreten. Nicht nur als Inge das Projekt am liebsten vorzeitig abbrechen will, um seiner schwangeren Freundin beizustehen, oder als die Schneeschmelze den Rückweg zum Proviantlager zur Tortur macht, ist das Geschwistergefüge einem Stresstest ausgesetzt.

Vorstellung:
Mi., 04.05., 20.30 Uhr


Der Müllhubschrauber / Sophelikoptern OmU

Schweden 2015, 100 Min., schwedische Originalfassung (teilweise romani) mit deutschen Untertiteln
Regie: Jonas Selberg Augustsén
Drehbuch: Jonas Selberg Augustsén
Darsteller: Christopher Burjanski (Baki), Daniel Szoppe (Saska), Jessica Szoppe (Enesa), Singoalla Millon (Sirpa)

In der Stille der Nacht fliegt einzig der Müllhubschrauber von Tor zu Tor. Gesteuert wird er von einem anarchischen Poeten aus der Zukunft, lebenslang dazu verurteilt, den Schlick der Fantasie zu sammeln. Dieses surreale Bild des schwedischen Dichters Gunnar Ekelof eröffnet eine nicht minder eigenwillige Reise: Eine alte Roma-Dame sehnt sich nach ihrer Wanduhr, die schon ein Jahr beim Uhrmacher liegt. Also ruft sie ihre Enkelin an, und wenig später setzt sich ein Saab in Bewegung. Mit an Bord: die Uhr, drei Reisende, von denen einer sich leidenschaftlich an Kreuzworträtseln versucht, eine Rolle Luftpolsterfolie und eine Anlage, die vor Blitzern warnt. Unbewegte, schwarz-weiß fotografierte Einstellungen fangen Momente einer beinahe endlosen Fahrt ein, die mitten ins Bizarre der schwedischen Gesellschaft führt – und zugleich subtil manches über deren Umgang mit Minderheiten verrät.

Vorstellung:
Mo., 02.05., 18.30 Uhr


Bakk – Rückwärts OmU

Island 2015, 98 min, isländisches Original m. dt. Untertiteln
Regie: Davíd Óskar Ólafsson, Gunnar Hansson
Drehbuch: Gunnar Hansson
Darsteller:  Ólafur Darri Ólafsson, Ágústa Eva Erlendsdóttir, Jóhannes Haukur Jóhannesson

Im Jahr 1981 fuhr Hallgrímur Marínósson in seinem Auto rückwärts um ganz Island. Er brach damit den Weltrekord im „Rückwärtsfahren“ und sammelte Geld für Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Gut 20 Jahre später kehrt der leider erfolglose Schauspieler Gísli, Sohn des Weltrekordlers, in sein Heimatdorf Hellisandur zurück, denn die „Großstadt“ hat ihm wenig Glück gebracht und alle kennen ihn nur aus einem unsäglichen TV-Werbespot. Etwas muss sich ändern in seinem Leben und Gísli will seinem Vater nacheifern und sich selbst beweisen, wozu er fähig ist. Als Mitstreiter auserkoren hat er seinen Kindheits- und Jugendfreund Viðar, der zunächst wenig Begeisterung aufbringen kann. Er fühlt sich wohl in Hellisandur und er will auch keine Veränderung im Leben.
Dennoch brechen beide schließlich Hals über Kopf auf – ebenfalls mit dem Ziel, für eine guten Zweck Geld zu sammeln und was auf den ersten Blick nach einem interessanten Projekt aussieht, gestaltet sich aber schon bald als sehr problematisch. Zudem treffen sie noch die Tramperin Blær, die sie spontan auf dem Trip begleitet und eine dritte Sicht mit ins Auto bringt.
„Bakk – Rückwärts“ ist eine schöne Komödie, die den Zuschauer in vielerlei Hinsicht mit auf die Reise nimmt.

Vorstellung:
So., 01.05., 12.00 Uhr