Nordlichter 2018

Die skandinavische Filmreihe im Kino am Raschplatz vom 25.04.-02.05.18

Island, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland im Film - Einblicke in die nordischen Kulturen, natürlich alles im Original mit deutschen Untertiteln!

Skandinavische Filme sind im deutschen Kino eher eine Seltenheit, ganz im Gegensatz zu den vielen Büchern oder auch Fernsehfilmen. Aber warum nur?
Die "Nordlichter" Reihe möchte das ändern und dem skandinavien-affinen Publikum diesen Teil der Kultur nun in Form eines Filmfestivals präsentieren. Dabei beschränkt sich das Programm der "Nordlichter" nicht auf bestimmte Themen, Genres oder Länder- viel mehr spannt das Programm einen breiten Bogen über das aktuelle skandinavische Kino und eine Eigenheiten - von Landschaften und Sprache geprägte Geschichten, die sowohl in der Einöde als auch in den Metropolen spielen, die teils politisch und teils bewusst persönlich von den Menschen in ihren Ländern erzählen, die fröhlich stimmen, aber auch nachdenklich machen können. Alles das kann (aber muss nicht) Skandinavien sein.

Machen Sie sich Ihr eigenes Bild und lassen Sie sich berühren von tollen Geschichten.

Viel Spaß mit den "Nordlichtern 2018" im Kino am Raschplatz!


Die Nordlichter-Terminübersicht 2018

Yarden / The Yard OmU

Schweden/Deutschland 2016

80 min, Regie: Måns Månsson; mit: Anders Mossling, Axel Roos, Hilal Shoman; Schwedisch mit dt. Untertiteln

Anders ist Schriftsteller und alleinerziehender Vater mitten in einer Art Midlife-Crisis. Er hat seine Kommission als Literaturkritiker für eine führende Zeitung benutzt, um sein eigenes Buch zu rezensieren - ein unkluger Schachzug, der seine Entlassung und die Missgunst des intellektuellen Milieus provoziert. Durch die Zeitarbeitsfirma „Dream Job“ erhält er einen Job bei der Verladestation für PKWs im Hafen von Malmö und seine Identität wird zu einer fünfstelligen Nummer - 11811. Die migrantischen Kollegen misstrauen dem schwedischen Neuen, das Management mit seinen vielen Vorschriften agiert rücksichtslos, die Arbeit ist monoton und die Bedingungen hart. Schrittweise verliert Anders in dieser Umgebung alles und seine Beziehung zu seinem pubertären Sohn wird auf die Probe gestellt.

Yarden beruht auf dem gefeierten gleichnamigen Roman von Kristian Lundberg und ist ein untraditioneller Film über traditionelle Probleme des Arbeitermilieus wie Klasse, Solidarität und Entfremdung. Yarden ist durchdrungen von Måns Månsson ausgeprägtem Talent für markante Bilder, zweideutige Stimmungen und subtilen Humor. 2016 lief der Film auf der 66. Berlinale in der Sektion Forum.

Vorstellung:
Mi., 25.04., 20.30 Uhr - Eröffnung


BLODBERG / HOMECOMING OmU

Island 2015

100 min, R: Björn Hlynur Haraldsson; mit: Hilmar Jonsson, Harpa Arnardóttir, Hilmir Jensson u.a. Isländisch mit dt. Untertiteln

Gunnar lebt mit seiner langjährigen Ehefrau Herdís in einem wunderschönen großen Haus und ist erfolgreicher Autor von Selbsthilfe-Büchern. Trotz seiner Expertise ist sein Leben nicht im Gleichgewicht, vor allem das Eheleben und die Beziehung zu seinem sterbenskranken Bruder. Der Zufall überrascht ihn, als ihr einziger Sohn David seine neue Freundin Sunna aus einem mehrmonatigen Europa-Urlaub mitbringt. Sunna ist freundlich, hübsch, intelligent und auf den ersten Blick die perfekte Schwiegertochter - die Sache hat nur einen Haken durch welchen Gunnar mit seiner dunklen Vergangenheit konfrontiert wird: sie ist seine Tochter aus einer früheren Affäre. Dies ist jedoch nicht das einzige Geheimnis in der Familie.

Dieser Kammerspiel-artige Spielfilm beruht auf dem Theaterstück Dubbeldusch, welches ebenfalls von Regisseur Björn Hlynur Haraldsson verfasst und inszeniert wurde. In seinem Debütfilm setzt Haraldsson in komödiantischer Weise eines der größten Tabuthemen - Inzest - in den Mittelpunkt eines Familiendramas, welches einige überraschende Wendungen für den Zuschauer bereithält.

Vorstellungen:
Sa., 28.04., 11.45 Uhr
Mo., 30.04., 18.15 Uhr


HOGGEREN / THE TREE FELLER

Norwegen 2017

82 min, R: Jorunn Myklebust Syversen; mit: Anders Baasmo Christiansen, Bjarne Syversen, Inger Grethe Syversen, u.a. Norwegisch mit dt. Untertiteln

Anders ist ein 39-jähriger Mann, der sein gewöhnliches Leben in der Stadt aufgibt. Er zieht auf eine stille kleine Farm, die seinen verstorbenen Eltern gehört und verbringt seine Tage im Wald, ziellos Bäume fällend. Er ist kein Waldarbeiter und hat auch keinen wirklichen Plan. Sein einziger Wunsch ist es in der Natur zu sein und sich körperlich zu betätigen, um den Kopf freizumachen. Dem Aussteiger wird jedoch bald ein Strich durch die Rechnung gemacht. Seine aufdringlichen Verwandten tauchen ständig mit wichtigen Hinweisen auf, was er und wie er Dinge zu tun hat, um die heruntergekommene Farm wieder auf Vordermann zu bringen. Es stellt sich schnell heraus, dass sie ein gemeinsames Merkmal haben: Er versteht sie nicht und sie verstehen ihn nicht. Der Traum von Freiraum und Ruhe schwindet mehr und mehr und Anders muss feststellen, dass er eine klaustrophobische Existenz gegen eine andere eingetauscht hat.

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Jorunn Myklebust Syversen kommt ebenfalls vom Land und hat mit „Hoggeren“ eine authentische Darstellung des norwegischen Dorflebens geschaffen. Für die Hauptrolle konnte sie den preisgekrönte Schauspieler Anders Baasmo Christiansen gewinnen, bekannt u.a. durch „Kon-Tiki“ (2012) oder „Welcome to Norway“ (2016).

Vorstellungen:
So., 29.04., 11.45 Uhr

Mi., 02.05., 18.30 Uhr

VIRAALI / VIRALITY OmU

Finnland 2017

110 min, Regie: Thomas Laine; mit: Frans Isotalo, Saga Sarkola, Vili Korteniemi, Mika Melender ), u.a. Finnisch m. dt. Untertiteln)

Der junge Polizist Kari gerät in eine Verfolgungsjagd mit Schüssen, dessen Szenen im Internet landen – die Kritik in der Presse ist groß - dabei versucht er doch gerade die junge Cellistin Saana für sich zu gewinnen. Janne wiederum möchte unbedingt als Rapper erfolgreich werden, aber seine aufwendigen Videos bekommen nicht genug Likes. Der Bankkaufmann Harry wird bei einem Bitcoin-Investment etwas unvorsichtig, während er wieder den Kontakt zu seiner krebskranken Ex-Frau Maarit sucht. Und der Alleingänger Mika zieht aus der Naivität der Menschheit seine Vorteile. Alle vier Charaktere verfolgen ihre Ziele, setzen sich mit ihren Beziehungen auseinander und werden Teil eines großen Bitcoin Heist mitten in Helsinki.

Vorstellung:
Mo., 30.04., 20.30 Uhr


FANTASTEN / ALL IN

Dänemark 2017

97 min, Regie: Christian Dyekjær; mit: Dejan Cukic, Oscar Dyekjær Giese, Wei Xu, Janus Nabil Bakrawi, u.a. Dänisch mit dt. Untertiteln

Der erfolgreiche Businessmann Claus arbeitet täglich als Leiter eines vielversprechenden Autohauses mitten im urbanen Kopenhagen. Er führt eine Art Doppelleben, denn am Abend lebt der müde, aber charmante Geschäftsmann in seiner Spielsucht auf. Als Claus von seinem 19 jährigen Sohn Silas aufgesucht wird, der einen Platz zum Schlafen braucht, nimmt er ihn routiniert mit zu einer Pokernacht. Dabei wird die Vater-Sohn-Beziehung auf die Probe gestellt, denn auch Silas hat bald hohe Pokerschulden und die Mitspieler entpuppen sich als skrupellose Gangster. Jetzt liegt es an Claus, einen Weg zu finden, wie er seinem Sohn aus der Spielhölle helfen kann, wenngleich sein eigenes Leben in Gefahr gerät..

Laut dem Regisseur ist der Film eine Studie über das menschliche Sein und der Gesellschaft in der Krise. Der Film behandelt das Thema Spielsucht und seine Folgen, wirft aber auch einen kritischen Blick auf die dänische Gesellschaft. "Fantasten" wurde als Eröffnungsfilm CPH:PIX 2017 ausgewählt. Der Hauptdarsteller Dejan Cucic ist bekannt aus dem berühmten Film „In China essen sie Hunde“ (1999).

Vorstellung:
Mi., 02.05. 20.30 Uhr